Henrik Zinn

Vorbericht zu Hannover 96 - FSV Mainz 05


Im ersten Spiel des Jahres empfängt Aufsteiger Hannover 96 den 1. FSV Mainz 05. Die Vorzeichen stehen komplett anders, als vor der Saison angenommen. Denn während die Niedersachsen auf dem besten Weg zum frühzeitigen Klassenerhalt sind, sind die Gäste stark abstiegsgefährdet. Gelingt ihnen endlich der Befreiungsschlag, oder wird die Luft immer dünner? Anpfiff in der HDI-Arena ist am Samstag um 15.30 Uhr.

Hannover bestätigt Ligatauglichkeit

Die Hinrunde von Hannover 96 war ein einziger Erfolg, mit 23 Punkten steht man deutlich besser da als erwartet (Platz 11) und man konnte sich bereits ein ordentliches Polster auf die Abstiegsränge erspielen (8 Punkte). Trainer André Breitenreiter hat die Niedersachsen wieder zu einer festen Größe in Deutschlands Oberhaus geformt und die Stimmung in der Mannschaft scheint überdurchschnittlich gut zu sein. Hannover ist der einzige Bundesligist, bei dem sich die Spielanteile innerhalb des Teams binnen der Hinserie vollkommen verändert haben. In den ersten Wochen überzeugte man durch die stabile Abwehr und nahezu jeder Gegner Biss sich die Zähne an der Viererkette aus. Im Endspurt ließ sie jedoch sichtlich nach und im Gegenzug übernahm die Offensive das Kommando. 7 Mal konnte man in den letzten 260 Minuten (Saisonrekord) und insbesondere die neu gebildete Angriffsreihe (Bebou/Füllkrug/Klaus) brachte viele Anhänger zum Staunen. Beim jüngsten Spektakel (4:4 gegen Leverkusen) war jeder einmal erfolgreich und ihr Aufstreben steht sinnbildlich für die Leistung der 96er. Die Niedersachsen warten mittlerweile seit 9 Wochen auf einen Heimsieg, das erste Spiel im Jahr 2018 wäre doch die perfekte Gelegenheit um eine neue Serie zu starten.

Mainz muss punkten

Im Jahr 2018 soll alles besser werden, muss es sogar, denn die bisherige Spielzeit von Mainz war katastrophal. Die Mannschaft von Sandro Schwarz, die eigentlich als typisches Mittelfeld-Team galt, rangiert derzeit nur auf dem 15. Tabellenplatz und die Abstiegsangst hängt einem im Nacken (nur 2 Zähler Vorsprung auf Platz 17). Es ist offensichtlich, dass die Mainzer nicht mit diesem Druck umgehen können, denn insbesondere in der Defensive häufen sich die individuellen Fehler. Viele der 28 Gegentore hat man sich quasi selber eingeschenkt, umso wichtiger ist eine schnelle Rückkehr von Stammkeeper René Adler. Die Fans werden sich aber bis zum Ende des Monats gedulden müssen und so wird der ebenfalls nicht fehlerfreie Robin Zentner gegen Hannover im Tor stehen. Die miserable Abwehrleistung wäre nur halb so schlimm, wenn die Offensive ihrer Arbeit konsequent nachgehen würde, doch auch dies ist leider nicht der Fall. 19 Bälle konnte man erst im gegnerischen Gehäuse versenken und ihr bester Scorer (Yoshinori Muto) bringt es grade einmal auf 5 Scorerpunkte. Man will den ihnen nicht zu nah treten, doch da war selbst Sehrou Guirassy vom Tabellenletzten Köln erfolgreicher. Die Vorzeichen könnten durchaus besser sein, zumal man aus den letzten 5 Ligaspielen lediglich zwei Pünktchen holen konnte.

Direkter Vergleich

In den letzten Jahren schenkten sich die beiden Teams nichts und die Statistik ist nahezu ausgeglichen. Am ersten Spieltag der laufenden Saison konnte Aufsteiger Hannover für die erste Überraschung sorgen und gewann in Mainz mit 1:0.

Fazit

Die Gäste aus Mainz wirkten in den letzten Spielen extrem verunsichert und es scheint, als würde ihnen allmählich die Puste ausgehen. Bei einer erneuten Niederlage droht der direkte Abstiegsplatz, aus diesem Grund wird man von Beginn an alles nach vorne werfen müssen. Folglich werden die ohnehin schon vorhandenen Lücken noch größer und man muss aufpassen, nicht abgefertigt zu werden. Die Hannoveraner Stürmer zeigten sich in den letzten Wochen in Topform und werden zum Jahresstart sicher nachlegen wollen. Einem Heimsieg scheint nichts im Weg zu stehen.


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