Henrik Zinn

Vorbericht zu Eintracht Frankfurt - SC Freiburg


In der ersten Partie des neuen Jahres verschlägt es die abstiegsgefährdete Mannschaft aus Freiburg nach Frankfurt. Die Eintracht liegt nur zwei Zähler hinter einem Europa League-Platz und will sich durch einen Sieg im internationalen Geschäft zurückmelden. Unterschiedlicher könnten die Ausgangslagen also kaum sein, Anpfiff in der Commerzbank Arena ist am Samstag um 15:30 Uhr.

Frankfurt will nach Europa

Die Hinrunde der SGE war mehr als zufriedenstellend und mit 26 Punkten steht die Kovac-Elf besser da als erwartet. Die internationalen Plätze sind zum Greifen nah, allerdings warnt der Coach vor zu viel Überheblichkeit. Angesichts des extrem dicht gedrängten Mittelfelds ist diese Aussage mehr als berechtigt, denn mit nur einer Niederlage kann man sich die gute Ausgangslage versauen. Daher sollte man die Konzentration auch weiterhin hoch halten, allen voran die Offensivabteilung dürfte gut und gerne ein Stück zulegen. Bisher stehen lediglich 20 Ligatore zu Buche, da ist der aktuelle Tabellenplatz schon etwas überraschend. Am meisten Offensivakzente kann derzeit der Franzose Sébastien Haller setzen, der mit 8 Scorerpunkten auch statistisch gesehen der beste Frankfurter ist. Der Neuzugang hat voll eingeschlagen und ist bereits nach einem halben Jahr unverzichtbar. Die Abwehrspieler hingegen müssen sich wenig Gedanken um verpatzte Spiele machen, schließlich kassierte man erst 18 Gegentreffer und stellt nach den Bayern die zweitbeste Verteidigung. Die eigenen Fans werden allmählich ungeduldig, denn der letzte Heimsieg (2:1 gegen Bremen) liegt bereits 6 Spieltage zurück, seither holte man lediglich einen Zähler aus drei Partien im eigenen Stadion. Es ist an der Zeit, die Heimmisere zu beenden.

Noch kann sich Freiburg über dem Strich halten

Der SC Freiburg hat in dieser Saison mächtige Probleme und steckt mitten im Kampf um den Klassenerhalt. Zwar belegt man aktuell den 13. Tabellenplatz, der erste direkte Abstiegsrang ist aber nur 4 Punkte entfernt. Es steht außer Frage, dass man die eigene Leistung verbessern muss, um nicht auf Schützenhilfe angewiesen sein zu müssen. Die meisten Probleme hat Christian Streich in der Abwehr zu beheben - 31 Gegentore in 17 Spielen sind eindeutig nicht erstligareif. Die Innenverteidiger agieren in vielen Szenen zu ungeschickt (durchschnittlich 13 Fouls pro Spiel) und darüber hinaus steht der Abgang von Leistungsträger Marc-Oliver Kempf zum Sommer hin fest (Ziel unbekannt). Die Baustellen sind recht groß, zumal auch die Angreifer nicht vor Selbstbewusstsein strotzen. 17 Mal zappelte der Ball erst im gegnerischen Netz, es ist der schlechteste Hinrundenwert der letzten 5 Jahre und außer Nils Petersen (8 Tore) kann kein einziger Spieler an seine Normalform anknüpfen. Dass seine Treffer alleine aber nicht ausreichen, konnte man beim jüngsten 3:3-Unentschieden in Augsburg erkennen (Petersen erzielte einen Doppelpack), die bisher 6 Saisonniederlagen sind also nicht unbegründet.

Direkter Vergleich

Etwas überraschend spricht die Statistik für den SC Freiburg, die 3 der letzten 5 Duelle gewinnen konnten. Am ersten Spieltag der laufenden Saison sahen die Fans jedoch eine Seltenheit, denn die Partie endete torlos.

Fazit

Beide Teams wollen einen gelungenen Jahresauftakt hinlegen, aber insbesondere die Gäste sind zum Siegen verdammt, um nicht komplett abzustürzen. Die Probleme der Freiburger werden immer gravierender und die Konkurrenz weiß die eigenen Schwächen gnadenlos auszunutzen. Dies hat sich auch Eintracht Frankfurt vorgenommen, schließlich winkt ein internationaler Tabellenplatz. Man kann davon ausgehen, dass die SGE-Spieler hochmotiviert auf den Platz kommen und die Freiburger früh unter Druck setzen werden. Der erste Treffer wird nur eine Frage der Zeit sein und darüber hinaus steht die eigene Abwehr viel zu stabil, als dass könnten die Gäste-Stürmer für ernsthafte Gefahr sorgen.


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