Julius Bergerhoff

Vorbericht zu Werder Bremen - SC Freiburg


Der Nord-Süd-Gipfel geht in die zweite Runde, diesmal im Achtelfinale des DFB-Pokals. Am Mittwochabend gastiert der SC Freiburg bei Werder Bremen, beide Teams wollen sich den Frust aus der Hinserie von der Seele schießen und das Viertelfinalticket lösen. Anstoß im Weserstadion ist um 18:30 Uhr.

Bremen will „Pokalgesicht“ zeigen

Die Bundesligahinrunde war zum Vergessen, nach 17 Spieltagen hat man lediglich 15 Zähler und belegt nur den 16. Rang. Seit dem 2. Spieltag hängen die Werderaner unten drin, logischerweise hat die Moral einen großen Knacks erhalten. Nun gilt es aber, die schlechte Vorrunde hinter sich zu lassen und nach vorne zu blicken, denn bereits am Mittwoch steht der Pokalfight gegen den SC Freiburg an. In den ersten beiden Runden des Pokals (3:0 gegen Würzburg, 1:0 gegen Hoffenheim) hat der SVW ein komplett anderes Gesicht gezeigt und war spielerisch kaum wiederzuerkennen. Dieses Bild will man auch in der Achtelfinalpartie zeigen. Trainer Florian Kohfeldt setzt vor allem auf die Offensive, die sich in den letzten Partien deutlich gesteigert hat. 5 Treffern gelangen den Stürmern in den letzten 360 Minuten, ein Rekordwert in dieser Spielzeit. Der Ausfall von Fanliebling und Starspieler Max Kruse könnte der Elf von der Weser jedoch zum Verhängnis werden, schließlich ist er der Topscorer seiner Mannschaft. Auch in der Defensive muss man deutlich kompakter stehen, denn auch beim jüngsten 2:2-Unentschieden gegen Mainz offenbarte man viel zu große Lücken. Wir dürfen gespannt sein, wie voll der Tank der Spieler noch ist, fest steht zumindest, dass man vor dem Winterurlaub noch einmal alles geben will.

Freiburg will die Gunst der Stunde nutzen

Lange Zeit hing auch Freiburg tief im Tabellenkeller drin, doch passend zum Jahresabschluss fiel der Schalter um und die Truppe von Christian Streich legte einen famosen Endspurt hin. 11 Punkte holte man aus den letzten 4 Spielen und steht somit im gesicherten Tabellenmittelfeld. Die Abstiegssorgen sind vorerst verflogen und man kann die kommenden Partien unbesorgt angehen. So soll es auch am Mittwoch sein, wenn man in Bremen den Viertelfinaleinzug feiern will. Richten soll das ganze der Angriff, der durch 8 Tore in den letzten 3 Spielen bundesweit für Aufsehen gesorgt hat. Sinnbildlich für den Aufschwung steht Stürmer Nils Petersen, der in drei Wochen einen Hattrick (gegen Köln) und einen Doppelpack (gegen Augsburg) erzielen konnte. Er dürfte sich fest vorgenommen haben, auch im Pokal zur entscheidenden Figur zu werden. Die Defensive hingegen gleicht einem Trümmerhaufen. 33 Mal musste Torwart Schwolow in dieser Spielzeit schon hinter sich greifen, ein erschreckend schwacher Wert. Am Mittwoch dürfen einem diese Abwehrfehler keinesfalls unterlaufen, denn Werder Bremen hat etwas mehr Potential als die beiden vorherigen Gegner Germania Halberstadt und Dynamo Dresden.

Direkter Vergleich

Die Duelle in den letzten Jahren waren allesamt sehr ausgeglichen und so verwundert es nicht, dass sich aus der Statistik kein Favorit ablesen lässt. In der Hinrunde trennte man sich in einem unspektakulären Spiel mit 0:0, das bislang einzige Pokalduell (31.10.2000) gewann Freiburg mit 1:0.

Fazit


Die Gastgeber aus Bremen haben in der bisherigen Saison noch nicht zu ihrem Spiel gefunden und es schleichen sich immer wieder grobe Fehler ein. Der Ausfall von Starspieler Max Kruse ist ein herber Rückschlag für die Offensive, denn die restlichen Angreifer lassen oft die Durchschlagskraft vermissen. Die Freiburger hingegen sind momentan in bestechender Form und überzeugen vor allem durch ihre Kreativität in der Offensive. Ihnen dürfte die Unstrukturiertheit der Bremer sehr gelegen kommen und wenn sie an die zuletzt gezeigten Leistungen anknüpfen können, steht dem Viertelfinaleinzug nichts im Weg.


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